Gemeinde
Sonntag, 11. Dezember 2011

Fast zwei Jahre lang hatten die Mitarbeiter der Amtsverwaltung in den Archiven geforscht, Berge von Daten erfasst, um letztendlich alles „Vermögen“ der Gemeinde Borgwedel aufzulisten. Ob Straßen, Grundstücke, klein oder groß, Gebäude und Feuerwehrausrüstungen, alles wurde systematisch erfasst, um in die „Eröffnungsbilanz 2011“ verbindlich festgeschrieben zu werden.
Jetzt lag das „dicke Buch“ der Gemeindevertretung vor, die einstimmig die Bilanz beschloss. Damit gehört Borgwedel zu einer der ersten Gemeinden im Kreis, die nach der Umstellung der Buchführung von der Kameralistik auf Doppik (doppelte Buchführung in Konten) die erforderliche Eröffnungsbilanz vorlegen kann. Bürgermeister Uwe Jensen und Hans-Heinrich Langholz, Vorsitzender des Finanzausschusses, dankten den Amtskämmerern Hans-Werner Köhler und Bernd Krecklow für ihre „riesige“ Arbeit. „Die beiden“, so Langholz, „haben nicht die Fahnen gestrichen“, und das Mamutwerk vollbracht.
Was sagt die Eröffnungsbilanz nun aus? Auf der Aktiva-Seite ist das Anlagevermögen mit 1.651.506,01 Euro festgeschrieben, das Umlaufvermögen mit 704.032,94 Euro. Auf der Passiva-Seite steht das Eigenkapital der Gemeinde mit 1.382.395,77 Euro, Sonderposten sind mit 781.549,61 Euro und Rückstellungen mit 191.593,57 Euro festgeschrieben. Für die Gemeindevertreter, so meinte Bürgermeister Jensen, sei das Lesen der Bilanz und die neue Art der Buchführung eine Herausforderung. Über Jahrzehnte habe man sich nur mit den Vermögens- und Verwaltungshaushalten beschäftigt.
In dem Haushalt für 2012 ist die größte Ausgabeposition der Betrag von 200.000 Euro für die Kanalsanierung. Zwar seien noch weitere Investitionen geplant, sagte Langholz dazu, doch die dafür nötigen Kostenermittlungen stünden noch aus. Langholz nannte den Ausbau der Kochkoppel und die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED. Die Gemeindevertreter fassten am Abend den Grundsatzbeschluss für diese Umrüstung. Ausführlich erläuterte Langholz die Finanzsituation der Gemeinde im Hinblick auf die Hebesätze. Borgwedel liege mit seinen Sätzen, Grundsteuer A und B 260 v.H., Gewerbesteuer 310 v.H., im unteren Bereich der amtsangehörigen Gemeinden. „Wir müssen zwar die finanzielle Entwicklung der Gemeinde im Auge behalten“, sagte er, aber eine Steuererhöhung sei derzeit nicht erforderlich.
In einer „ersten Lesung“ stellte Bürgermeister Jensen eine mögliche Straßenbaubeitragssatzung für die Gemeinde vor. Hierfür gebe es komplizierte rechtliche Voraussetzungen, erklärte er. Auf der Februarsitzung wird sich die Vertretung erneut damit beschäftigen.
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