Ziegeleiverein
Sonntag, 10. September 2006
Die ehemalige Ziegelei Borgwedel ist
seit dem 9. September der 50. Naturerlebnisraum Schleswig-Holsteins. Die
Kulturbeauftragte des Ministerpräsidenten Caroline Schwarz überreichte die
Anerkennungsurkunde an Bürgermeister Uwe Jensen. Das rund zwölf Hektar große
Gelände, unmittelbar an der Schlei gelegen, soll Kultur- und Naturerlebnisse
vermitteln. Auf zwölf Informationstafeln werden die Geschichte der Ziegelei
und die Entwicklung der Natur dargestellt.
Es war ein Sommerfest für die
Gemeinde und für viele Gäste. Wo einst die Ziegeler unter nicht immer
einfachen Bedingungen arbeiteten, saßen rund 150 Besucher, freuten sich über
das große Kuchenbüfett, für das viele Stexwiger und Borgwedeler gebacken
hatten, und ließen sich von den beschwingten Rhythmen der Haddebyer Jugendbläser
mitreißen.
Knapp eine Stunde des
nachmittäglichen Festes gehörte den Rednern. Bürgermeister Jensen begrüßte
neben Caroline Schwarz auch die Landtagsabgeordneten Holger Astrup und
Johannes Callsen, den Amtsvorsteher Ralf Feddersen, den Vorsitzenden der
Lenkungsgruppe LEADER+, Hans-Werner Berlau, den Schleswiger Bürgermeister
Thorsten Dahl, den Projektleiter Dietmar Ulbrich und den Ziegeleichronisten
Manfred Tönsing. Einen Gast hob Jensen besonders hervor: Ehrenbürgermeister
Heinz Schuster. Er hatte in den 70er Jahren mit seiner Bürgerinitiative den auf
dem ehemaligen Ziegeleigelände geplanten Ferienpark mit 460 Appartements
verhindert. In seiner Zeit als Bürgermeister kaufte die Gemeinde später das
Gelände.
Es gab am Nachmittag gleich mehrere
Ereignisse zu würdigen. Caroline Schwarz überreichte nicht nur die
Anerkennungsurkunde, sondern brachte auch einen Antrag auf Gewährung einer
Zuwendung für Naturerlebnisräume mit. Damit könnten weitere Erlebnispunkte in
Angriff genommen werden, sagte sie und regte an, Angebote für Kinder und
Jugendliche zur Lehmziegelherstellung einzurichten. Bürgermeister Jensen und
der Vorsitzende des Vereins zur Betreuung und Pflege des Naturerlebnisraumes
Horst-Peter Junge mit seinem Stellvertreter Uwe Philipp, unterzeichneten denVertrag
zur Übergabe des Geländes an den Verein und Ziegeleichronist Manfred Tönsing
überreichte das erste Chronikheft zur Ziegeleigeschichte. Der Projektplaner
Dietmar Ulbrich berichtete nicht nur über die drei Jahre von der ersten Idee
bis zur Umsetzung. Er zeigte weiter Ideen auf, wie es mit dem
Naturerlebnisraum weitergehen könnte. So könnten die Dimensionen der alten
Trockenschuppen sichtbar gemacht werden, indem auf den noch vorhandenen
Fundamenten Kunstobjekte errichtet würden.
Dass sich der ehemalige
Trockenschuppen und auch das Gelände davor schon jetzt zur Präsentation von
Kunst eignen, zeigte am Nachmittag der in Borgwedel wohnende Künstler Reinhard
Musik mit seinen Werken, darunter kleine Skulpturen aus Ziegelfehlbränden,
gesammelt am Schleiufer vor Borgwedel.
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